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Die Toilettenfrage

veröffentlicht am 15. Juni 2026

  • Sanitär
  • Autarkie
  • Planung
  • exmo-1x1

200 Liter Gülle sind kein Sanitärkonzept. Das ist nur Verdrängung mit Spülknopf.

Es gibt ein Thema, über das in der Expeditionsmobil-Gemeinschaft jeder spricht. Kein Abend am Lagerfeuer, an dem neue Bekanntschaften nicht früher oder später darauf zu sprechen kommen und ihre Geschichten erzählen:

Die Toilette.

Was ein Tabuthema unter den Sesshaften ist, wird unter den Reisenden stundenlang diskutiert. Und früher oder später kommt die Frage:

Welche Toilette habt ihr?

Die Frage ist berechtigt, denn der Expeditionsmobil-Bauherr kann aus einer erstaunlich langen Liste wählen:

  • Kassettentoilette
  • Festtank-Toilette
  • Vakuumtoilette
  • Zerhackertoilette
  • Trockentrenntoilette
  • Beuteltoilette
  • Verbrennungstoilette
  • Einschweißtoilette
  • Gefriertoilette (du hast richtig gelesen)

Nur wird dabei oft vergessen: Ein Expeditionsmobil ist nicht für den Campingplatz gebaut. Es soll vor allem eins sein: autark.

Ressourcen unterwegs sind knapp. Jeder Tank hat eine Kapazität und irgendwann ist er leer. So wie Gas und Frischwasser. Oder voll. So wie zum Beispiel Grauwasser.

Und wenn ein Tank voll ist (wie im Fall einer Toilette), dann stellt sich die Frage: Wohin damit?

Ich habe jemanden kennengelernt, der eine Zerhackertoilette installiert hatte, weil er alle anderen Toilettenarten ablehnt. Er wollte so auf Toilette gehen wie „zu Hause“.

Im Ergebnis fährt er 200 L Gülle mit sich herum. In Deutschland kein Problem. Auf vielen Campingplätzen auch nicht. Aber in der Türkei, in Georgien, in Griechenland?

Viel Spaß.

Auch wenn das Thema befremdlich ist: Wer ein autarkes Fahrzeug plant, sollte darüber nachdenken. Denn am Ende entscheidet nicht die schönste Toilette über Autarkie, sondern die Frage, wo der Inhalt bleibt.