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Wann Wasser filtern?

veröffentlicht am 11. Juli 2026

  • Wasser
  • Autarkie
  • Technik
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Welche Wasserqualität sollte ich im Tank meines Expeditionsmobils mitführen? Oder anders gefragt: wie stark sollte es gefiltert werden, bevor es in den Tank kommt?

Um einen Rahmen zu stecken: Heute gehts mir nicht um “ob” das Wasser gefiltert werden sollte. Und auch nicht um das “wie”, sondern nur um das “wann”.

Denn, während in Deutschland die Wasserqualität aus dem Küchenhahn trinkbar ist, trifft dies weder auf alle Länder noch auf alle Quellen zu. Wasser sollte also gefiltert werden.

Vielleicht fragst du dich, warum das “wann” überhaupt von Interesse ist und ich möchte es an zwei Beispielen erklären:

Beispiel 1:

Ein Bekannter von mir füllt Wasser, so wie es gerade verfügbar ist, direkt in eine Art Vor-Tank. Sobald er in der Küche oder in der Dusche Wasser benötigt, Pumpt er das Wasser aus dem Vor-Tank durch ein Filtersystem in den Brauchwassertank. Er kann sein Wasser also an Tag 1 tanken und an Tag 2 filtern.

Vorteile: Er braucht keinen Arbeitsdruck, um Wasser mitzunehmen. Er geht mit einem Kanister an die Quelle und füllt es dann aus dem Kanister in seinen Vor-Tank. Oder er steckt einen Schlauch rein. Oder er holt es aus dem See. Außerdem hat jeder Filter eine Filterleistung von x Liter pro Minute und wenn man die Filterung weglässt, dann bekommt man den Tank schneller voll. Zur Not mit einem Eimer.

Nachteile: Verunreinigungen sammeln sich im Vor-Tank und er muss regelmäßig gereinigt werden. Außerdem nehmen die Tanks Platz ein und bringen zusätzliches Gewicht mit. Das ist vielleicht ok für 80L, aber für 800L kann das mühsam werden.

Beispiel 2:

In meinem Expeditionsmobil habe ich einen Sedimentfilter und dahinter Keramikfilter verbaut. Ich benötige einen Arbeitsdruck in der Wasserleitung. Oder ich muss den Druck mit einer Akku-Pumpe herstellen. Auch ich kann aus jeder Quelle Wasser beziehen, aber ich muss das Wasser an Ort und Stelle an der Quelle filtern.

Vorteile: Das Wasser landet sauber in meinen Wassertank. Es ist ist klar, aber noch nicht trinkbar. Medikamente, Chlor und Geruch können diese Filter nicht entfernen. Dafür muss ich das System kaum reinigen. Vielleicht 1x im Jahr.

Nachteile: Es braucht lange, um 800L in den Tank zu füllen. Besonders, wenn die Filter schon einige Tausend Liter gesehen haben. Und ich brauche Arbeitsdruck. Weshalb ich mir manchmal wilde Konstruktionen ausdenken muss, um das Wasser in den Tank zu bekommen.

Ein Wasser-Filtersystem besteht aus einer Kette von Filtern. Und die Frage ist: Wann schicken wir das Wasser durch diese Kette? Und was passiert wenn …

… kein Adapter passt? … der Schlauch zu kurz ist? … der Strom ausgefallen ist? … nur ein Brunnen / See in der nähe ist?

Filtere ich also dort, wo das Wasser ist? Oder dort, wo ich die Kontrolle über Druck, Strom, Zeit und Anschlüsse habe?