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Zombie-Apokalypse

veröffentlicht am 15. Juni 2026

  • Autarkie
  • Konzept
  • Sicherheit
  • exmo-1x1

Dein Fluchtfahrzeug rettet dich nicht. Es kauft dir nur etwas Zeit.

Neulich ging eine Gruppe an meinem Expeditionsmobil vorbei und einer meinte:

„Da hat wohl einer für die Zombie-Apokalypse gebaut.“

Innerlich musste ich lachen.

Nicht, weil der Spruch besonders originell war, sondern weil er gar nicht so weit von der Frage entfernt ist, die ich mir selbst schon gestellt habe:

Baue ich da gerade ein Fahrzeug für den Weltuntergang?

Die kurze Antwort: Für den Anfang ja. Für das Ende eher nicht. Vor allem kommt es darauf an, wie lange die Zombies durchhalten.

Spaß beiseite:

Ein Expeditionsmobil ist ein LKW mit Bett, Toilette, Strom, Heizung, Wasser, ein paar Vorräten und dem Versprechen, dass man nicht dort bleiben muss, wo es gerade ungemütlich wird.

Keine Arche Noah mit Allradantrieb, aber ein ziemlich gutes Übergangswerkzeug. Nicht mehr. Nicht weniger.

Wenn irgendwo ein Wald brennt, ein Fluss über die Ufer tritt, Strom und Wasser ausfallen oder eine Stadt gerade kein Ort mehr ist, an dem ich mit meiner Familie schlafen möchte, dann ist so ein Fahrzeug ziemlich praktisch.

Zumindest, wenn man loskommt, bevor alle anderen dieselbe Idee haben.

Denn ein Expeditionsmobil kauft vor allem eines:

Zeit.

Zeit, um Abstand zu gewinnen, nachzudenken, einen besseren Ort zu finden und nicht in der nächsten Turnhalle zwischen 400 Feldbetten auf lauwarmen Tee zu warten.

Aber ein Fahrzeug produziert nichts.

Keinen Diesel. Keine Ersatzteile. Keine Medikamente. Keine Kartoffeln. Keine soziale Ordnung.

Es speichert Ressourcen, erzeugt aber kaum welche.

Solar auf dem Dach ist schön. Damit kann man Licht machen, Geräte laden und sich einreden, jetzt autark zu sein.

Bis es drei Wochen regnet. Oder der Dieseltank leer ist. Oder das Kind Fieber bekommt.

Und plötzlich steht man mit seinem 15-Tonnen-Traum irgendwo im Wald und stellt fest: Es geht um Wasser. Nahrung. Wärme. Medizin. Sicherheit. Reparaturen. Menschen.

Vor allem Menschen.

Und genau deshalb interessiert mich Autarkie.

Ich glaube nicht, dass man sich komplett vom Rest der Welt abkoppeln kann. Das ist romantischer Quatsch.

Jeder Prozentpunkt weniger Abhängigkeit bedeutet mehr Handlungsspielraum.

Was ist also die ehrliche Antwort?

Ein Expeditionsmobil ist keine Weltuntergangsstrategie. Es ist eine Übergangsstrategie.

Es macht dich nicht zu 100 % autark. Es macht dich beweglicher.

Und Beweglichkeit ist nur dann wertvoll, wenn sie zu etwas führt:

Zu Wasser, Nahrung, einem sicheren Ort und zu Menschen, denen man trauen kann. Zu einer Situation, in der man nicht nur flieht, sondern wieder handlungsfähig wird.

Nein. Ich habe kein ExMo für die Zombie-Apokalypse gebaut.

Ich habe ein mobiles Haus gebaut, weil ich nicht darauf angewiesen sein möchte, dass der Ort, an dem ich gerade bin, immer der richtige bleibt.

Das ist weniger spektakulär, aber vermutlich realistischer.